He Leute, ich bin es wieder, eure Polly. Leider muss ich euch heute über einen gravierenden Irrtum aufklären

– Schneewittchen wohnt NICHT im Wald!

Jetzt wollt ihr bestimmt wissen, wie ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin: Neulich war ich wieder mit meinem Frauchen unterwegs und habe einigen Einrichtungen der Bürgerhilfe einen Besuch abgestattet. So kamen wir auch in der Kleinkindgruppe vorbei, wir klingelten, die Tür öffnete sich und dann stand es vor mir – mein Schneewittchen. So wunderschön wie in meinem dicken Märchenbuch. Ich also schnurstracks rein ins Haus. Das gibt es doch gar nicht, da waren ja noch mehr Schneewittchen und auch ein Prinz war dabei. Aber das ist doch völlig falsch. Mal nachschauen, ob das wenigstens mit den Zwergen stimmt. Da waren sie, die kleinen Stühle, Tische und Bettchen und auch meine geliebten Zwerge waren da. Einige malten gerade eine riesengroße gelbe Sonne, zwei Zwerge bauten voller Begeisterung einen großen Bausteinturm und schubsten ihn immer wieder um, ein Zwerg brachte mit viel Liebe sein Puppenkind ins Bett.  Aber was soll denn das, die machen doch alles falsch! Die Zwerge müssen ins Bergwerk, sie müssen Diamanten und Eisenerz suchen und sie müssen Schneewittchen beschützen. Hat denen denn niemand gesagt, dass hier irgendwas nicht stimmt, das steht doch ganz anders in meinem Märchenbuch. Sagt ihnen denn niemand, wie es richtig sein muss. Aber mein Frauchen scheint den Fehler auch nicht zu bemerken. Wenn die Zwerge nicht im Wald sind, wie soll denn da die böse Königin ins Haus gelangen und meinem Schneewittchen den vergifteten Apfel geben. Ich glaube, hier muss etwas grundsätzlich geklärt werden! Darüber muss ich gleich mal nachdenken. Die Kleinen haben ein ganz schönes Glück, dass sie Schneewittchen und Prinzen haben, die ihnen helfen und für sie da sind wenn sie Kummer haben. Ich glaube, ich muss mich ganz schnell zurück in die Zeit der Gebrüder Grimm beamen und mit ihnen das Märchen neu schreiben, so wie das bei der Bürgerhilfe gespielt wird, gefällt es mir viel besser.