Hallo, ich bin es wieder, eure Polly! Ihr seid doch bestimmt schon gespannt auf Neuigkeiten von mir:

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Endlich war es wieder soweit, das jährliche Treffen mit meiner Kooperationspartnerin Miezi vom Verein „Tier und Mensch“ stand vor der Tür. Wir wollten uns darüber austauschen, wie es uns besser gelingen kann, dass Haustiere und Menschen gewaltfrei miteinander umgehen, weg von dem besonderen Anspruch Frauchen oder Personal zu benötigen. Ich hatte wieder einmal großes Glück, denn meine Menschenbekannte hatte auch einen Termin im Berghotel „Bastei“ Bad Schandau, um sich dort mit der Geschäftsführung und Einrichtungsleitern fachlich auszutauschen. So hatte ich eine günstige Fahrgelegenheit.

Mieze erwartete mich schon mit Katzenbuckel und gesträubtem Fell am Eingang des Hotels und ließ mich erst gar nicht zu Wort kommen. Sie teilte mir ganz energisch mit, dass sie in keinster Weise bereit ist, mit mir eine Diskussion über die Notwendigkeit einer gemeinsamen Handlungsweise zu führen.

Blieb mir nichts anderes übrig, als erst einmal zu lernen, richtig zu kommunizieren, um Miezis Bereitschaft für ein ernstes Gespräch ohne Einsatz von Pfoten wieder zu wecken.

Wieder ein Glückstreffer – das war auch ein Thema des Leiterseminars der Bürgerhilfe Sachsen.

So schlich ich mich in den Tagungssaal, verzog mich in eine Ecke und lauschte ganz intensiv, um so viel wie möglich zu lernen.

Am ersten Tag erarbeiteten die Leiter gemeinsam mit der Bereichsleiterin Frau Wagner das Thema, welche Fragestellungen hilfreich sind in Vorbereitung eines guten Personalgesprächs. Doch irgendwas war die ganze Zeit über merkwürdig. Während des gesamten Seminars passierten Dinge, die ich nicht verstehen und darüber nur mit dem Schwanz wedeln konnte: Eine Leiterin rannte in den Pausen mit Blumentöpfen und Dekomaterial herum und stellte diese mal hier hin, mal dort hin. Eine Leiterin erzählte auf einmal einen Witz, über den man nicht lachen durfte, es wurden anderen Leitern Süßigkeiten aufgezwungen und ein Leiter hatte plötzlich 3 Armbanduhren um, welche er sich von anderen erbettelt hatte. Das hab ich ganz genau gesehen.

Den zweiten Tag gestalteten Frau Pienitz und Frau Schwarzer, beide Supervisorinnen, welche schon viele Jahre Bürgerhilfeteams begleiten. Los ging es mit einer Wertschätzungsdusche für jeden, auch für mich. Ach war das ein schönes Gefühl, so viele positive Worte auf einmal zu hören. Ich hatte richtig Pipi in den Augen. Zum Glück war ich nicht die einzige.

Ganz viele Denkanstöße erhielten alle zum Thema des gewaltfreien Kommunizierens. So mussten Leiter in Gruppen gemeinsam ein Bild gestalten – und das alles ohne Sprechen. Eines der Exponate hat derzeit auf dem internationalen Kunstmarkt schon einen Schätzwert von 3000 Goldtalern.

Wir dachten gemeinsam über Emotionen nach und stellten erschrocken fest, dass uns die negativen immer zuerst einfallen.

Komisch war an diesem Tag allerdings, als viele Leiter erschrocken reagierten, als eine Teilnehmerin nachwies, wie gut sie bis 4 zählen konnte.

Am 3. Tag werteten Frau Wagner und Frau Seifert die Fragebögen zur Mitarbeiterzufriedenheit aus und wir reflektierten gemeinsam das diesjährige Leiterseminar.

In einer Kaffeepause suchte Miezi nochmals den Kontakt mit mir und erklärte sehr emotional, warum sie einfach nicht ohne Personal auskommen kann. Mir, die jetzt top ausgebildet darin ist, wie man zugewandt komplizierte Gespräche führen kann, gelang es, Miezi so zu bestärken, dass sie es jetzt ausprobieren möchte, ihrem Personal wenigstens 8 Stunden Freizeit am Tag zu gewähren. In dieser Zeit kann sich das Personal erholen und wird bestimmt nicht mehr so gestresst wirken wie vorher. Aber auch mir wurde klar, dass es auf Dauer nicht gut ist, dass ein Hund immer alles macht, was sein Frauchen von ihm verlangt. Er sollte das Recht haben, seine Meinung durch Bellen kundzutun. Das werde ich gleich meinem Kumpel Bello berichten. Er hat ja auch immer Sorgen mit seinem Frauchen, denn diese möchte sogar bei Regen mit ihm joggen, was seinem Fell gar nicht gut tut.

Gut erholt und mit leichter Gewichtszunahme wegen Dauerschlemmens traten wir unsere Heimreise an und konnten uns gestärkt unseren Alltagsaufgaben widmen.

Ich habe festgestellt, dass die Bürgerhilfe ganz schön tolle Leiter hat, auf welche sie sehr stolz ist, aber das wäre nicht so, wenn deren Arbeit nicht so wertgeschätzt würde.

Die Bürgerhilfe ohne Leiter, sie wäre nicht froh.
Könnte nicht da sein für Kinder und Co.
Doch auch für die Leiter ist eines klar,
Anerkennung für geleistete Arbeit ist wunderbar.
Darum stehen alle für die gemeinsame Sache ein:
Und sagen wir und unser Verein.